Reeves steht wegen der Auswirkungen der britischen Glücksspielsteuer unter Druck
Die britische Finanzministerin Rachel Reeves gerät zunehmend unter Druck, nachdem neue Steuererhöhungen für Glücksspiele in der Branche Besorgnis ausgelöst haben. Die Unternehmen warnen davor, dass die Politik Arbeitsplätze vernichten, legale Kasinos schädigen und mehr Spieler zu illegalen Wettseiten treiben könnte.

Warnungen gab es schon vor dem Haushalt
Schon Monate bevor die Regierung die Steueränderungen bestätigte, äußerten Beamte Bedenken. Interne Mitteilungen deuteten darauf hin, dass höhere Abgaben möglicherweise nicht die erwarteten Einnahmen bringen würden. Einige Beamte warnten auch, dass der Schritt Spieler in Offshore-Casinos treiben könnte.
Nichtsdestotrotz billigte die Regierung die Politik im Novemberhaushalt. Mit dem Plan wurden die Steuern auf verschiedene Formen des Online-Glücksspiels erhöht. Zu den wichtigsten Änderungen gehören:
Anhebung der Steuer auf Online-Fernwetten von 21 % auf 40
Erhöhung der Steuer auf Online-Sportwetten von 15 % auf 25
Änderungen bei der Besteuerung von Pferdewetten ab 2027
Die höheren Steuersätze werden im April 2026 vollständig in Kraft treten. Die Minister bezeichneten den Schritt als ausgewogen - Erhöhung der Einnahmen bei gleichzeitigem Schutz der Pferderennen.
Große Betreiber berichten über finanziellen Druck
Große Unternehmen berichten bereits über finanzielle Auswirkungen des Steuerbeschlusses. Entain, Eigentümer der Kasinos Ladbrokes und Coral, gab kürzlich einen hohen Jahresverlust bekannt.
Das Unternehmen verzeichnete im Jahr 2025 einen Verlust von 681 Millionen Pfund. Eine Wertminderung in Höhe von 488 Millionen Pfund steht in direktem Zusammenhang mit den Steueränderungen. Trotz des Verlustes erwirtschaftete Entain einen Jahresumsatz von 5,26 Milliarden Pfund. Das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Führungskräfte sagen, dass die Steueränderungen den britischen Glücksspielmarkt umgestalten und die Unternehmen zwingen, ihre Ausgaben und Strategien anzupassen. Das Unternehmen geht davon aus, dass die neue Politik jährliche Kosten in Höhe von 200 Millionen Pfund verursachen könnte.
Ein weiterer Betreiber kündigt Strategieänderungen an
Ein weiteres großes Unternehmen hat seine Pläne bereits geändert. Evoke, Eigentümer der Casinos William Hill und 888, hat seinen Finanzausblick für 2026 zurückgezogen. Die Führungskräfte erklärten, die Steuererhöhung im Vereinigten Königreich zwinge sie zu einem grundlegenden Überdenken der Unternehmensstrategie.
Das Unternehmen schätzt, dass die neue Politik 125 bis 135 Millionen Pfund an jährlichen Steuern verursachen könnte. Etwa 80 Millionen Pfund dieser Kosten könnten allein im Jahr 2026 anfallen.
Industrieverbände warnen vor Arbeitsplätzen
Branchenverbände glauben, dass die Auswirkungen über die Unternehmensgewinne hinausgehen könnten. Nach Ansicht des Betting and Gaming Council könnte das Steuerpaket viele Arbeitsplätze gefährden.
Die Gruppe schätzt, dass fast 17.000 Stellen wegfallen könnten, wenn die Unternehmen ihre Kosten senken. Höhere Zölle könnten auch dazu führen, dass Milliarden von Pfund an Wetten in Offshore-Kasinos fließen.
Regierung steht vor schwieriger Entscheidung
Die Regierung steht nun vor einer schwierigen Entscheidung: Beibehaltung der Politik oder Überdenken ihrer Auswirkungen. Befürworter sagen, dass höhere Steuern auf Glücksspiele den Zielen der öffentlichen Ordnung dienen.
Kritiker argumentieren, dass die wirtschaftlichen Risiken mit der Zeit zunehmen könnten. Vorerst bleiben die Steuererhöhungen in Kraft - und die vollen Auswirkungen werden sich möglicherweise erst nach 2026 zeigen.
Weitere Nachrichten
Asaf Noifeld, Geschäftsführer von FanDuel Casino, verlässt Flutter Entertainment nach zwölfjähriger Tätigkeit im Unternehmen. Sein Ausscheiden markiert den Abschluss einer langen Karriere, in deren Verlauf er für verschiedene Marken, in verschiedenen Ländern und in unterschiedlichen Geschäftsteams tätig war.
Juni 11, 2026

