Österreich steht kurz vor einer endgültigen Einigung über die iGaming-Reform
Österreich nähert sich einer umfassenden Neugestaltung seines Online-Glücksspielmarktes. Der Gesetzgeber arbeitet derzeit an der Klärung der letzten offenen Fragen, bevor 2027 ein neues System das seit langem bestehende Monopol des Landes ablösen könnte.

Österreich bereitet sich auf einen neuen Glücksspielmarkt vor
Österreichs Online-Glücksspielmonopol besteht seit Jahrzehnten. Das System gewährte einigen wenigen staatlich geförderten Anbietern Exklusivrechte. Wie aus einem durchgesickerten Entwurf hervorgeht, hatte das Finanzministerium Pläne ausgearbeitet, das Monopol im Jahr 2027 aufzuheben. Sollte dieser Schritt genehmigt werden, würde sich der Markt für weitere lizenzierte Anbieter öffnen.
Die Reform könnte zu einer der größten Veränderungen im Glücksspielbereich in Europa werden. Damit würde auch eines der letzten verbliebenen Online-Glücksspielmonopole des Kontinents abgeschafft. Viele Jahre lang hob sich Österreich von anderen europäischen Märkten ab. In den meisten Nachbarländern dürfen bereits mehrere lizenzierte Anbieter miteinander konkurrieren.
Die Karenzfrist bleibt ein zentraler Streitpunkt
Der Gesetzentwurf sieht eine Wartezeit für bestimmte Anbieter vor. Unternehmen, die in den vergangenen fünf Jahren gegen österreichische Glücksspielvorschriften verstoßen haben, könnten vor der Beantragung einer Lizenz mit Einschränkungen konfrontiert werden.
Nach ersten Vorschlägen könnte die Wartezeit zwischen 24 und 35 Monaten betragen. Befürworter sagen, die Maßnahme schütze die Integrität des Marktes. Sie argumentieren, dass Unternehmen, die lokale Gesetze missachtet haben, keinen sofortigen Zugang erhalten sollten.
Casinos Austria unterstützt den Vorschlag nachdrücklich. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass Betreiber für frühere Aktivitäten Konsequenzen tragen sollten. Branchenverbände warnen, die Regelung könne den Wettbewerb einschränken und die Steuereinnahmen verringern. Sie befürchten zudem, dass einige Spieler auf nicht lizenzierte Websites ausweichen könnten, wenn es weniger legale Angebote gibt.
Neue Lizenzierungsregeln könnten Herausforderungen mit sich bringen
Bevor Unternehmen eine Lizenz erhalten, müssen sie möglicherweise ausstehende Steuern und offene Spielerforderungen begleichen. Während das Ziel darin besteht, den Verbraucherschutz zu stärken, sehen einige Experten mögliche Komplikationen.
Laufende Gerichtsverfahren könnten schwieriger zu klären sein. Rechtsunsicherheit könnte zudem einige Anträge verzögern. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:
Begleichung ausstehender Steuern
Klärung von Spielerforderungen
Einhaltung strenger Lizenzbedingungen
Laufende behördliche Aufsicht
Einsatzgrenzen geben der Branche Anlass zur Sorge
Der Gesetzentwurf würde die Einsätze auf 2 € pro Spiel begrenzen. Zudem würden die Gewinne auf 2.000 € pro Spiel gedeckelt. Befürworter argumentieren, dass diese Obergrenzen dazu beitragen könnten, spielbedingte Schäden zu verringern. Sie sind der Ansicht, dass niedrigere Ausgabenobergrenzen einen besseren Schutz für die Spieler bieten.
Abgesehen von den Verbraucherschutzmaßnahmen warnen Kritiker, dass die Beschränkungen den lizenzierten Anbietern schaden könnten. Einige Branchenexperten argumentieren, dass Spieler nach Alternativen suchen könnten, wenn die Beschränkungen zu restriktiv ausfallen.
Milliarden an Einnahmen könnten auf dem Spiel stehen
Die Reform könnte Österreich erhebliche Einnahmen bescheren. Ein wettbewerbsorientierter Lizenzmarkt könnte große europäische Glücksspielunternehmen anziehen. Hohe Steuern und Compliance-Kosten könnten jedoch kleinere Anbieter abschrecken. Dies könnte zu einem Markt führen, der von größeren Unternehmen dominiert wird.
Daher stehen die Gesetzgeber vor einem heiklen Balanceakt. Sie müssen den Wettbewerb fördern und gleichzeitig einen starken Schutz gewährleisten. Die kommenden Monate könnten über die zukünftige Ausgestaltung der österreichischen Online-Glücksspielbranche entscheiden. Angesichts des nahenden Endes des Monopols – und noch immer ungelöster wesentlicher Meinungsverschiedenheiten – wird das endgültige Ergebnis in ganz Europa mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.
Weitere Nachrichten
Ein niederländischer Verband der Glücksspielbranche plant, Meta wegen illegaler Glücksspielwerbung vor Gericht zu bringen. Der Verband gibt an, dass weiterhin Tausende von Anzeigen von nicht lizenzierten Casinos auf Facebook und Instagram erscheinen, was Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Spieler aufkommen lässt.
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