Irland legt Plan zur Bekämpfung von Finanzkriminalität im Glücksspielbereich vor
Irland führt neue Maßnahmen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität im Glücksspielbereich ein. Die Regierung strebt eine strengere Aufsicht über die gesamte Branche an und hat der Glücksspielaufsichtsbehörde eine größere Rolle bei der Bekämpfung von Geldwäscherisiken übertragen.

Risiken im Glücksspielbereich steigen
Die irische Regierung hat eine neue Einschätzung der Risiken im Bereich der Finanzkriminalität veröffentlicht. Zudem legte sie einen 30-Punkte-Aktionsplan vor, der mehrere Sektoren abdeckt. Online-Wettanbieter werden nun als mit einem erheblichen Geldwäscherisiko behaftet eingestuft. Auch private Glücksspielclubs wurden in dieselbe Gruppe mit erhöhtem Risiko eingestuft.
Dies ist eine Änderung gegenüber früheren Bewertungen aus den Jahren 2018 und 2019. Finanzminister Simon Harris erklärte, dass Kriminelle immer geschickter vorgehen. Sie nutzen neue Technologien und agieren grenzüberschreitend – was die Aufdeckung von Finanzkriminalität erschwert.
Aufsichtsbehörde erhält mehr Befugnisse
Die irische Glücksspielaufsichtsbehörde (Gambling Regulatory Authority of Ireland) wird im Rahmen des neuen Plans eine größere Rolle spielen. Die Aufsichtsbehörde wurde im März 2025 gegründet und wird künftig weitere Bereiche des Glücksspielsektors beaufsichtigen. Mehrere neue Maßnahmen sind geplant:
Lizenzen für private Glücksspielclubs
Verstärkte Kontrollen zur Bekämpfung der Geldwäsche
Neue Vorschriften für Kryptowährungsfonds
Geschlossene Zahlungssysteme
Strengere Vorschriften für Kryptowährungen und Zahlungen
Die Regierung hat Kryptowährungen als ein zunehmendes Problem hervorgehoben. Die Behörden wollen, dass Glücksspielunternehmen bei Einzahlungen digitaler Vermögenswerte durch Nutzer strengere Kontrollen durchführen. Die Aufsichtsbehörde wird bei der Erstellung von Standards für diese Überprüfungen mitwirken.
In einem geschlossenen Zahlungssystem müssen Nutzer Geld auf dasselbe Konto auszahlen lassen, das sie für Einzahlungen verwendet haben. Die Behörden gehen davon aus, dass sich verdächtige Aktivitäten dadurch leichter erkennen lassen. Unterdessen könnten Casinos mit Spielautomaten einer strengeren Aufsicht unterliegen – auch wenn noch keine vollständigen Details bekannt gegeben wurden.
Risiken für Online- und stationäres Glücksspiel
Die Untersuchung ergab Risiken auf dem gesamten Glücksspielmarkt. Bargeldtransaktionen geben weiterhin Anlass zur Sorge, da sie schwerer nachzuverfolgen sind. Die Behörden gehen davon aus, dass dies das Risiko der Geldwäsche in stationären Spielstätten erhöhen könnte.
Täglich findet eine große Anzahl von Transaktionen statt – was mehr Möglichkeiten schafft, illegale Aktivitäten unbemerkt zu lassen. Regierungszahlen aus dem Jahr 2023 verdeutlichen das Ausmaß der Branche. Stationäre Wettbüros erzielten einen Umsatz von etwa 2,4 Milliarden Euro. Online-Casinos erzielten rund 2,6 Milliarden Euro.
Aufbau eines stärkeren Systems
Der Aktionsplan sieht eine engere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen staatlichen Stellen vor. Polizei, Steuerbehörden, die Zentralbank, Aufsichtsbehörden und Ministerien werden gemeinsam an der Umsetzung der Reformen arbeiten.
Daher wird erwartet, dass die GRAI zur Hauptaufsichtsbehörde für alle Glücksspielbereiche wird. In den kommenden Monaten werden weitere Konsultationen und neue Vorschriften erwartet. Vorerst unternimmt Irland Schritte, um die Aufsicht zu stärken – und es Finanzkriminalität zu erschweren, in die Glücksspielbranche einzudringen.
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