Polen will Online-Streamer von Gewaltverbrechen, Vergewaltigungen und Grausamkeiten mit bis zu fünf Jahren Haft bestrafen
Polen hat strengere Vorschriften für schädliche Online-Livestreams verabschiedet. Nach dem neuen Gesetz drohen Streamern bis zu fünf Jahre Haft, wenn sie schwere Straftaten, Tierquälerei oder andere missbräuchliche Inhalte übertragen.

Polen geht gegen schädliche Online-Inhalte vor
Der polnische Gesetzgeber hat am Donnerstag beschlossen, gegen sogenanntes „Trash-Streaming“ vorzugehen. Dieser Schritt ist das Ergebnis wachsender Besorgnis über verstörende Online-Inhalte. Nach den neuen Vorschriften wird die Übertragung schwerer Straftaten unter Strafe gestellt. Verurteilte können zu bis zu fünf Jahren Haft verurteilt werden.
Das Gesetz zielt auf Inhalte ab, die Straftaten zeigen, die ohnehin schon streng bestraft werden. Dazu gehören Mord, Vergewaltigung und andere schwere Straftaten. Die Gesetzgeber argumentieren, dass diese Übertragungen mehr Schaden anrichten können als die ursprüngliche Straftat. Innerhalb weniger Minuten können Tausende von Zuschauern einen einzelnen Stream verfolgen.
Die Entscheidung ist Teil eines umfassenderen Plans Polens, die Vorschriften für das Internet zu verschärfen. Die Auswirkungen schädlicher digitaler Inhalte bereiten den Behörden zunehmend Sorge.
Neue Strafen gelten für verschiedene Arten von Inhalten
Das Gesetz geht über Gewaltverbrechen allein hinaus. Die Behörden werden auch gegen Streams vorgehen, die Tierquälerei und Gewalt zeigen, die darauf abzielt, andere zu demütigen. Inhalte, die für Glücksspiele werben, fallen ebenfalls in den Geltungsbereich der neuen Maßnahmen. Zu den wichtigsten Bereichen, die unter das Gesetz fallen, geh ören:
Mord und andere schwere Straftaten
Vergewaltigung und sexuelle Gewalt
Tierquälerei
Demütigende Gewalttaten
Werbung für Glücksspiele
Auch gefälschte Verbrechens-Streams könnten zu Haftstrafen führen
Der Gesetzentwurf konzentriert sich nicht nur auf echte Straftaten. Personen, die während eines Streams schwere Straftaten inszenieren oder vorgetäuscht darstellen, könnten mit denselben Strafen rechnen. Der Gesetzgeber erklärte, dass gefälschte Übertragungen Panik auslösen und zu schädlichem Verhalten anregen könnten.
Diese Bestimmung könnte zu einem der am meisten beachteten Elemente des Gesetzes werden. Es könnten Fragen aufkommen, wie Behörden eine Inszenierung von einer kriminellen Nachahmung unterscheiden. Dennoch sind die Behörden der Ansicht, dass die Maßnahme eine wichtige Lücke schließt. Sie argumentieren, dass inszenierte Inhalte auch ohne das tatsächliche Begehen einer Straftat Schaden anrichten können.
Teil einer umfassenderen Initiative für digitale Sicherheit
Polen hat kürzlich die Nutzung von Mobiltelefonen in Schulen für Kinder unter 16 Jahren eingeschränkt. Das Land hat zudem strengere Regeln zur Altersüberprüfung für den Zugang zu Pornografie eingeführt. Zusammengenommen deuten diese Bemühungen auf eine umfassendere politische Ausrichtung hin – eine, die auf eine stärkere Überwachung digitaler Räume ausgerichtet ist.
Über Polen hinaus setzen sich die europäischen Regulierungsbehörden weiterhin mit Online-Risiken im Rahmen des Gesetzes über digitale Dienste (Digital Services Act) auseinander. Das Gesetz verpflichtet Online-Dienste dazu, illegale Inhalte schnell zu entfernen.
Strafrechtliche Sanktionen bleiben jedoch weitgehend in nationaler Zuständigkeit. Daher fügt Polens neue Gesetzgebung eine weitere Ebene der Durchsetzung hinzu – eine, die direkt auf die Urheber der Inhalte selbst abzielt.
Für Streamer scheint die Botschaft klar zu sein. Inhalte, die rechtliche Grenzen überschreiten, könnten nun Konsequenzen nach sich ziehen, die weit über eine Kontosperrung hinausgehen – und zu jahrelangen Haftstrafen führen.
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