Niederländischer Branchenverband will Meta wegen illegaler Glücksspielwerbung verklagen
Ein niederländischer Verband der Glücksspielbranche plant, Meta wegen illegaler Glücksspielwerbung vor Gericht zu bringen. Der Verband gibt an, dass weiterhin Tausende von Anzeigen von nicht lizenzierten Casinos auf Facebook und Instagram erscheinen, was Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Spieler aufkommen lässt.

Niederländischer Glücksspielverband ergreift Maßnahmen
Nach Angaben des niederländischen Online-Glücksspielverbands VNLOK wird dieser eine Klage gegen Meta einreichen. Der Verband wird zudem eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission einreichen. VNLOK vertritt mehrere lizenzierte niederländische Glücksspielunternehmen. Meta habe nicht genug unternommen, um zu verhindern, dass Anzeigen für illegales Glücksspiel die Aufmerksamkeit der Niederländer auf sich ziehen, heißt es.
Der Konflikt fällt mit großen Veränderungen auf dem niederländischen Glücksspielmarkt zusammen. Durch neue Werbebeschränkungen, neue Steuern und neue Vorschriften sind die Bedingungen für die lizenzierten Betreiber schwieriger geworden.
Tausende illegale Anzeigen gemeldet
Laut VNLOK schalten Facebook und Instagram weiterhin eine große Anzahl illegaler Glücksspielanzeigen. Eine vom Verband angeführte Untersuchung ergab, dass im letzten Quartal des Jahres 2025 mehr als 70.000 Glücksspielanzeigen auf niederländische Nutzer ausgerichtet waren. Der Verband gibt an, dass über 95 % dieser Anzeigen von nicht lizenzierten Casinos stammten.
Gleichzeitig behauptet VNLOK, dass Meta weniger als 5 % davon entfernt habe. Diese Zahlen haben die Besorgnis in der gesamten Branche verstärkt. Lizenzierte Betreiber argumentieren, dass illegale Casinos Nutzer durch Online-Werbung leichter erreichen können.
VNLOK erklärt, dass illegale Casinos häufig Vorschriften zum Schutz der Spieler missachten. Diese Vorschriften tragen dazu bei, Glücksspielschäden zu verhindern und minderjährige Nutzer am Zugriff auf Glücksspieldienste zu hindern.
Sorgen um die Sicherheit der Spieler
VNLOK-Vorsitzender Björn Fuchs sagte, das Problem gehe über geschäftliche Einbußen hinaus. Er warnte davor, dass illegale Betreiber gezielt schutzbedürftige Gruppen ansprechen könnten, darunter Minderjährige und Menschen mit Glücksspielproblemen. Er betonte, der Schutz der Nutzer müsse oberste Priorität bleiben.
Laut VNLOK bergen illegale Glücksspielanzeigen mehrere Risiken:
Sie können Nutzer zu nicht lizenzierten Casinos leiten.
Sie können ein minderjähriges Publikum erreichen.
Sie bewerben häufig Anbieter, die sich nicht an die niederländischen Spielerschutzvorschriften halten.
Sie können es den Verbrauchern erschweren, legale Glücksspieldienste zu erkennen.
Der Verband behauptet zudem, dass Meta seit einiger Zeit keine sinnvollen Gespräche zu diesem Thema geführt habe. Dennoch ist VNLOK der Ansicht, dass entschlossenere Maßnahmen dazu beitragen könnten, illegale Werbung einzudämmen und den Spielerschutz zu verbessern.
Wachstum des Schwarzmarkts wirft Fragen auf
Die Klage erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über den niederländischen Schwarzmarkt. VNLOK schätzt, dass niederländische Nutzer jährlich mehr als 1 Milliarde Euro für nicht lizenzierte Casinos ausgeben. Der Verband geht zudem davon aus, dass der illegale Markt mittlerweile genauso groß sein könnte wie der regulierte.
Über die Klage hinaus argumentiert VNLOK, dass große Online-Unternehmen gemäß den europäischen Vorschriften rechtliche Verpflichtungen haben. Die Organisation fordert, dass diese mehr tun sollten, um illegale Glücksspielanzeigen aufzuspüren und zu entfernen. Um das Problem zu veranschaulichen, verglich der Verband die derzeitigen Bemühungen mit dem Aufwischen von Wasser vom Boden – während der Wasserhahn noch läuft.
Daher hofft VNLOK, dass das Gerichtsverfahren zu entschlosseneren Maßnahmen führen wird. Das Ergebnis könnte Auswirkungen darauf haben, wie mit illegalen Glücksspielanzeigen in ganz Europa umgegangen wird.
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