Gesetze und Vorschriften

Finnischer Streamer wegen Werbung für Offshore-Casinos mit einer Geldstrafe von 2.480 € belegt

Ein finnisches Gericht hat einen bekannten Streamer mit einer Geldstrafe belegt, weil er bei einheimischen Nutzern für Offshore-Casinos geworben hatte. Das Urteil fällt zu einem Zeitpunkt, an dem Finnland umfassende Glücksspielreformen vorbereitet, aber weiterhin strenge Marketingvorschriften durchsetzt.

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Gericht stellt fest: Streamer hat gegen Glücksspiel-Werberegeln verstoßen

Der Content-Ersteller Jouko Kärkkäinen wurde von einem finnischen Gericht wegen der Werbung für Offshore-Casinos zu einer Geldstrafe von 2.480 € verurteilt. Kärkkäinen ist im Internet besser unter dem Spitznamen „pottukoira“ bekannt. Das Urteil des Bezirksgerichts Nord-Savo wurde am 18. Juni verkündet. Die Richter stellten fest, dass Kärkkäinen zwischen Mai 2023 und Februar 2024 für Glücksspiele geworben hatte.

Die Werbung sei auf Instagram, Kick und einer damit verbundenen Website zu sehen gewesen, heißt es in der Entscheidung. Das Gericht stellte fest, dass sich das Material an das finnische Publikum richtete und gegen das finnische Lotteriegesetz verstieß. Derzeit dürfen Glücksspieldienste in Finnland ausschließlich von dem staatlichen Betreiber Veikkaus angeboten werden. Das bedeutet, dass Kärkkäinen zur Zahlung von 80 Tagessätzen in Höhe von insgesamt 2.480 € verurteilt wurde. Zudem muss er einen weiteren Opferzuschlag in Höhe von 80 € entrichten.

Casino-Angebote wurden zu entscheidenden Beweisen

Im Mittelpunkt des Verfahrens standen mehrere auf Finnisch veröffentlichte Glücksspielwerbungen. Ein Beispiel bot Nutzern „150 Freispiele für nur 10 €“ an. Die Ermittler überprüften zudem Links, die mit der Website pottukoira.com verbunden waren. Diese Seite enthielt Affiliate-Links, die Besucher zu Offshore-Casinos weiterleiteten.

Kärkkäinen bestritt die Anklage während des gesamten Verfahrens. Er argumentierte, dass seine Inhalte eher der Unterhaltung als der kommerziellen Vermarktung dienten. Außerdem erklärte er, die Website habe sich nicht unter seiner Kontrolle befunden. Darüber hinaus gab er an, einen Teil des Zeitraums in Tallinn verbracht zu haben.

Die Richter stellten fest, dass er zugelassen habe, dass die Website-Links auf seinen Kanälen erschienen. In dem Urteil wurde zudem festgestellt, dass er einige Werbeaktionen über ein Chatbot-Tool hinzugefügt habe.

Richterin: Finanzieller Gewinn war nicht erforderlich

Richterin Adelina Komulainen ging auf eine zentrale Frage des Verfahrens ein – nämlich, ob ein finanzieller Vorteil nachgewiesen werden müsse. Dem Urteil zufolge kann ein Glücksspielverstoß auch ohne Nachweis einer direkten Zahlung vorliegen. Die Richterin erklärte, die Inhalte hätten dennoch die geschäftlichen Aktivitäten der Casinos beworben.

Diese Feststellung könnte für andere Influencer und Content-Ersteller von Interesse sein. Viele sind auf Affiliate-Vereinbarungen und gesponserte Glücksspielinhalte angewiesen. Das Urteil deutet darauf hin, dass Gerichte den Fokus möglicherweise auf die Werbung selbst legen. Direkte Einnahmen könnten in manchen Fällen weniger Gewicht haben.

Finnland auf dem Weg zu einem neuen Glücksspielmarkt

Im Rahmen geplanter Reformen wurde im März 2026 die Annahme von Lizenzanträgen eröffnet. Anschließend wird der neue regulierte Markt am 1. Juli 2027 an den Start gehen. Es werden mehrere wesentliche Änderungen erwartet:

  • Private Betreiber können Lizenzen beantragen.

  • Finnland wird das Veikkaus-Monopol aufgeben.

  • Für lizenzierte Betreiber gelten neue Marketingvorschriften.

Abgesehen von diesen Änderungen bleiben die derzeitigen Beschränkungen weiterhin in vollem Umfang in Kraft. Die Behörden setzen das Verbot der Vermarktung von Nicht-Veikkaus-Casinos bis zum Start des neuen Systems weiterhin durch.

Der Fall Kärkkäinen dient daher als Mahnung. Der zukünftige Glücksspielmarkt in Finnland mag anders aussehen – doch die heutigen Regeln gelten weiterhin. Kärkkäinen kann bis zum 20. Juli Berufung gegen das Urteil einlegen.

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Mykhailiuta Maryna

Spiele-Analyst & Rezensent

Mykhailiuta Maryna Spiele-Analyst & Rezensent

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