Niederländische Lotterie leitet rechtliche Schritte gegen nicht lizenziertes Qbet ein
Die niederländische Lotterie hat rechtliche Schritte gegen die Betreiber von Qbet eingeleitet. Damit will sie nicht nur Bußgelder verhängen, sondern auch auf eine strengere Durchsetzung der Vorschriften gegen illegale Online-Casinos drängen, die auf niederländische Spieler abzielen.

Zivilklage folgt auf Rekordstrafe der Regulierungsbehörde
Der Schritt erfolgt kurz nach einer hohen Strafe durch die nationale Regulierungsbehörde. Im März verhängte die niederländische Glücksspielbehörde eine Geldstrafe in Höhe von 24,8 Millionen Euro gegen Novatech. Das Unternehmen betreibt Qbet und eine weitere Marke, 55Bet, ohne eine niederländische Lizenz.
Die niederländische Lotterie geht nun jedoch einen breiteren juristischen Weg, um mehr Parteien zur Verantwortung zu ziehen. Das Verfahren richtet sich nicht nur gegen den Betreiber, sondern auch gegen Geschäftsführer, Briefkastenfirmen und unterstützende Unternehmen. Dieser Schritt signalisiert einen Strategiewechsel - von Geldstrafen zu stärkerem rechtlichen Druck.
Den Angaben zufolge sind die hinter Qbet stehenden Unternehmen außerhalb der Niederlande ansässig. Sie operieren von Curaçao und Costa Rica aus, wo die Aufsicht möglicherweise anders ist. Infolgedessen dürfen sie niederländischen Nutzern keine Glücksspiele anbieten.
Fokus auf Risiken für die Spielersicherheit verlagert
Der staatliche Betreiber argumentiert, dass illegale Casinos eindeutige Risiken für die Nutzer darstellen. Diesen Seiten fehlt es möglicherweise an angemessenen Kontrollen und Instrumenten für verantwortungsvolles Spielen. Diese Sorge steht im Mittelpunkt des Falles - und prägt seinen Ton.
Der Geschäftsführer der niederländischen Lotterie, Arjan Blok, umriss das Problem in direkten Worten. Er sagte, dass illegale Seiten immer noch eine große Anzahl von Spielern anziehen. Etwa 200.000 Menschen in den Niederlanden könnten heute solche Dienste nutzen.
Er wies auf mehrere Risiken hin, die mit diesen Casinos verbunden sind:
Keine angemessenen Altersüberprüfungssysteme
Fehlende Grenzen für Ausgaben oder Verluste
Boni, die zu riskantem Verhalten verleiten können
Zahlungsmethoden, die die Benutzer in die Irre führen könnten
Aufsichtsbehörde signalisiert Grenzen der derzeitigen Bußgelder
Der Fall zeigt auch die Grenzen des derzeitigen Rechtssystems auf. Obwohl die Geldstrafe von 24,8 Millionen Euro hoch erscheint, sagen die Regulierungsbehörden, dass sie möglicherweise nicht weit genug geht.
Der KSA-Vorsitzende Michel Groothuizen sprach dieses Thema Anfang des Jahres an. Er erklärte, dass Geldbußen 10 % des weltweiten Umsatzes eines Unternehmens nicht überschreiten dürfen. Diese Regel setzt eine feste Obergrenze - selbst in schweren Fällen.
Groothuizen wies darauf hin, dass Novatech mit seinen Aktivitäten Hunderte von Millionen verdiente. Ohne die Obergrenze hätte die Geldbuße 100 Millionen Euro übersteigen können. Diese Zahl, so Groothuizen, würde das Ausmaß des Verstoßes besser widerspiegeln.
Teil eines umfassenderen rechtlichen Vorstoßes
Dies ist nicht das erste Mal, dass die niederländische Lotterie solche Maßnahmen ergreift. Im Jahr 2025 reichte sie einen ähnlichen Fall gegen Lalabet, einen anderen Offshore-Betreiber, ein. In diesem Fall ging es sowohl um die Durchsetzung als auch um finanziellen Schadenersatz.
Das Unternehmen behauptete, es habe zwischen 15 und 20 Millionen Euro an Einnahmen verloren. Es brachte diese Verluste mit dem unlizenzierten Wettbewerb in den Jahren 2023 und 2024 in Verbindung. Der Streit wurde Anfang dieses Monats vor das Gericht in Den Haag gebracht.
Weitere Nachrichten
Ein Fall vor dem Obersten Gerichtshof in dieser Woche könnte Auswirkungen auf die Glücksspielbranche haben. Betfair sieht sich nach dem Tod eines Kunden, der Anzeichen eines spielbezogenen Schadens aufwies, mit Fragen zum Spielerschutz konfrontiert.
Juni 04, 2026

