EU-Prognose für Glücksspielabgaben bleibt hinter den ersten Erwartungen zurück
Nach Angaben der Europäischen Kommission könnte eine vorgeschlagene EU-Glücksspielabgabe über einen Zeitraum von sieben Jahren 13,3 Mrd. EUR einbringen. Diese Zahl liegt weit unter einer früheren Schätzung von 28 Mrd. EUR und hat die Debatte in der Glücksspielbranche neu entfacht.

Neue Schätzung fällt deutlich niedriger aus
Die Europäische Kommission hat ihre erste Schätzung für eine vorgeschlagene EU-weite Glücksspielabgabe veröffentlicht. Die Beamten glauben, dass die Maßnahme zwischen 2028 und 2034 etwa 13,3 Milliarden Euro einbringen könnte. Der Plan sieht vor, dass Anbieter von Online-Glücksspielen eine Abgabe von 3 % auf die Bruttospielerträge zahlen müssen.
Die Einnahmen aus dieser Abgabe würden direkt in den EU-Haushalt fließen. Die Schätzung beläuft sich auf rund 1,9 Mrd. Euro pro Jahr. Diese Zahl ist jedoch viel niedriger als erwartet. In früheren Diskussionen war man davon ausgegangen, dass die Abgabe im gleichen Zeitraum rund 28 Milliarden Euro einbringen könnte.
Befürworter sehen in der Abgabe nach wie vor eine nützliche Finanzierungsquelle. Kritiker sagen, die niedrigere Prognose könnte die Argumente für den Vorschlag schwächen.
Teil der EU-Haushaltspläne
Die Glücksspielabgabe ist eine von mehreren Ideen, die für den EU-Haushalt für die Jahre 2028 bis 2034 geprüft werden. Die Kommission will neue Wege finden, um Geld zu beschaffen. Offiziell heißt es, dass ein Teil der Mittel aus Branchenabgaben stammen könnte, anstatt aus höheren Beiträgen der Mitgliedstaaten.
Mehrere Vorschläge werden derzeit geprüft:
Elektroschrottabgabe - geschätzte Einnahmen von 15 Mrd. Euro
Glücksspielabgabe - geschätzte Einnahmen von 13,3 Mrd. Euro
Änderungen bei der Tabaksteuer - geschätzte Einnahmen von 11,2 Milliarden Euro
Glücksspielindustrie meldet Bedenken an
Die Glücksspielbranche hat negativ auf den Vorschlag reagiert. Die European Gaming and Betting Association hat sich von Anfang an gegen die Idee ausgesprochen. Im April bezeichnete die Gruppe die Abgabe als "grundsätzlich undurchführbar".
Branchenführer sagen, dass die Glücksspielregeln in Europa unterschiedlich sind. Da jedes Land sein eigenes System verwendet, könnte eine einheitliche EU-Abgabe schwer zu handhaben sein, argumentieren sie. Laut dem Standpunkt des Verbandes könnten zusätzliche Steuern den Druck auf lizenzierte Betreiber erhöhen - insbesondere in Märkten, in denen die Glücksspielsteuern bereits hoch sind.
Der Verband ist der Ansicht, dass illegale Casinos davon profitieren könnten, wenn lizenzierte Unternehmen mit höheren Kosten und geringeren Gewinnspannen konfrontiert werden.
Debatte wird wahrscheinlich weitergehen
Nach Schätzungen der Kommission könnte die Abgabe immer noch Milliarden von Euro einbringen. Die jüngste Prognose scheint jedoch viel niedriger zu sein als die ursprüngliche Zahl, die Anfang des Jahres diskutiert wurde. Daher steht der Gesetzgeber nun vor einer schwierigen Aufgabe: Er muss die neuen Einnahmeziele mit den Bedenken der Branche in Einklang bringen.
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