Baltimore fordert Online-Glücksspielunternehmen vor Gericht heraus
Baltimore hat eine Klage gegen sechs Online-Casino-Unternehmen eingereicht. Beamte der Stadt behaupten, die Firmen hätten den Einwohnern illegale Glücksspiele angeboten und Spiele mit echtem Geld hinter Gewinnspielangeboten versteckt, was in ganz Maryland neue rechtliche Fragen aufwirft.

In der Klage benannte Unternehmen
Baltimore reichte die Klage am Mittwoch mit Hilfe der Anwaltskanzlei Dicello Levitt ein. Die Stadt behauptet, dass mehrere Online-Casino-Unternehmen den Einwohnern von Maryland das Spielen erlaubt haben. Zu den in der Klage aufgeführten Unternehmen gehören:
B2 Dienstleistungen
Blazesoft Ltd.
High 5 Unterhaltung
Stake.us
VGW-Beteiligungen
Yellow Social Interactive Limited
Die meisten von ihnen sind außerhalb der Vereinigten Staaten tätig - ihre Kasinos erreichten jedoch Nutzer in Baltimore. Die Anwälte der Stadt behaupten, die Unternehmen hätten in ihren Casinos ein Doppelwährungssystem verwendet. Die Spieler konnten virtuelle Münzen kaufen, um verschiedene Casino-ähnliche Spiele zu spielen.
Gerichtsentscheidungen in anderen Bundesstaaten
Mehrere Gerichtsverfahren in anderen Bundesstaaten könnten sich auf die Klage von Baltimore auswirken. Richter haben begonnen, Gewinnspielkasinomodelle genauer unter die Lupe zu nehmen. Im Bundesstaat Washington entschied ein Geschworenengericht im Jahr 2025 gegen High 5 Games. Die Geschworenen erklärten, dass einige Casino-Spielmechanismen als illegales Glücksspiel gelten.
Das Gericht ordnete in diesem Fall Schadenersatz in Höhe von 24,9 Millionen Dollar für die Verbraucher an. Das Urteil - wenn auch in einem anderen Fall - könnte die rechtlichen Argumente von Baltimore unterstützen. Ein weiterer Fall wurde in San Jose, Kalifornien, verhandelt. Die dortigen Gerichte prüften, ob Technologieunternehmen für Kasinodienste mitverantwortlich sind.
Apple, Google und Meta sahen sich mit Fragen zu Kasinospielen konfrontiert, die über ihre Systeme vertrieben wurden. Die Entscheidung deutet darauf hin, dass auch die Vertreiber ein rechtliches Risiko eingehen könnten.
Bedenken hinsichtlich des Verbraucherschutzes
Beamte aus Baltimore äußerten auch Bedenken hinsichtlich des Verbraucherschutzes. Sie behaupten, die Casinos hätten gegen die Verbraucherschutzverordnung der Stadt verstoßen. In der Klage wird behauptet, dass einige Anzeigen gezielt jüngere Online-Nutzer ansprechen. Bei der Werbung wurden grelle Grafiken und Belohnungen im Stil von Videospielen verwendet.
Die Ermittler sagen, dass diese Designs Teenager und junge Erwachsene anziehen könnten. Bürgermeister Brandon M. Scott äußerte sich in einer öffentlichen Ansprache zu diesem Thema. Er sagte, illegale Glücksspielanbieter sollten nicht von den Einwohnern der Stadt profitieren.
Was Baltimore vom Gericht will
Baltimore bittet das Gericht um mehrere Maßnahmen in diesem Fall. Erstens fordern die Beamten der Stadt zivilrechtliche Strafen gegen die beteiligten Unternehmen. Außerdem fordern sie eine Entschädigung für Spieler, die die Casinos genutzt haben.
In der Klage wird das Gericht aufgefordert, den Betrieb der Kasinos in Maryland zu untersagen. Die Anwälte der Stadt wollen auch die mit den angeblich illegalen Aktivitäten verbundenen Gewinne zurückfordern.
Debatte über Online-Casinos in Maryland
Die Klage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Maryland über die Zukunft von Online-Casinos debattiert. Der Gesetzgeber prüft derzeit, ob regulierte Internet-Glücksspiele zugelassen werden sollen. Zwei Vorschläge - Senate Bill 761 und Senate Bill 885 - skizzieren mögliche Pläne.
Senatsvorlage 761 würde ein Referendum auf den Stimmzettel im November 2026 setzen. Die Wähler würden dann entscheiden, ob Online-Casinos landesweit zugelassen werden sollen.
Einige Experten warnen jedoch vor den wirtschaftlichen Risiken. Online-Kasinos könnten die Ausgaben in physischen Kasinos verringern. Beide Gesetzesentwürfe sind in der staatlichen Legislative vorerst auf Eis gelegt. Die Klage von Baltimore bringt jedoch neuen Druck in die Debatte.
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